Messianische Juden
Die messianische Bewegung entstand in den 1970er Jahren in den Vereinigten Staaten von Amerika, breitete sich von dort jedoch rasch nach Europa und Israel aus. Heute gibt es auf der ganzen Welt messianische Gemeinden.
Messianische Juden feiern grundsätzlich alle jüdischen Feste des Tenach (von Christen Altes Testament bezeichnet): Passah, Sukkoth, Shavuot, etc. sowie den Sabbat.
Gemeinden von messianischen Juden, manchmal auch als messianische jüdische Synagogen bezeichnet, halten den Hauptgottesdienst am Sabbat ab. Zum Gottesdienst gehören davidianische Musik, Tanz und andere jüdische Traditionen.
Die Mitgliedschaft in einer messianisch jüdischen Gemeinde ist gemäß dem Neuen Testament (B'rit Hadasha) sowohl für Juden als auch für Nichtjuden möglich.
Theologisch stehen die messianischen Juden den der evangelikalen Christen nahe.
| Inhaltsverzeichnis |
|
2 Differenzierung: messianische Juden/Judenchristen 3 Kontroversen 4 Literatur 5 Weblinks 6 Siehe auch |
Selbstverständnis der messianischen Juden
Messianische Juden sehen sich selbst als Juden, sie bekennen sich zu ihren jüdischen Traditionen, halten den Schabbat und lehnen im Gegensatz zu Christen die speziellen Vorschriften des Tenach nicht ab. Jedoch sehen sie in Rabbi Jeschua (Jesus Christus) den versprochenen Messias des Volkes Israel. Dieser nicht unwesentliche Unterschied zum traditionellen Judentum macht sie nach ihrem Selbstverständnis jedoch nicht zu Christen im allgemeinen Sinne. Die Tatsache, dass sie die jüdische Kultur pflegen, jüdische Feste feiern und ihre Kinder in jüdischer Tradition erziehen, spricht dafür, dass messianische Juden zwar einen Sonderweg innerhalb des Judentums gehen, sich damit jedoch nicht vom Judentum losgesagt haben. Stattdessen sehen sie sich in gewisser Weise in der Tradition der Jerusalemer Urgemeinde, die zunächst ausschließlich aus Juden bestand, die in Jesus den Messias sahen.
Differenzierung: messianische Juden/Judenchristen
Messianische Juden werden oft, fälschlicherweise, auch als Judenchristen bezeichnet. Diesen Begriff lehnen sie selber jedoch ab. Der Grund dafür ist, dass der Begriff Judenchristen ein historischer Begriff ist, der für das Urchristentum, ausgehend von der Jerusalemer Urgemeinde, verwendet wird. Judenchristen sind somit Juden aus dem 1. Jahrhundert, die Jesus Christus als den versprochenen Messias gesehen haben. Da diese Gruppe ab dem 2. Jahrhundert mit der zunehmenden Chrsitianisierung im römischen Reich immer mehr an Bedeutung verlor, lässt sich keine Tradition von an Jesus gläubigen Juden über die Jahrhunderte feststellen. Messianische Juden hingegen sind eine relativ neue religiöse Bewegung aus dem 20. Jahrhundert.
Kontroversen
- Traditionelle Juden werfen den messianischen Juden vor, sich durch den Glauben an Jesus Christus als Messias vom Judentum gelöst zu haben, und sehen sie nicht als Juden sondern als Christen an.
- Messianische Juden versuchen, gemäß der Bibel, auch andere Juden für den Glauben an Jesus Christus zu gewinnen. Von Seiten traditioneller Juden wird ihnen agressive Missionstähigkeit an anderen Juden vorgeworfen.
Literatur
- Jacques Gutwirth: Les Judéo-chrétiens d'aujourd'hui. 1987, Paris: Les Éditions Du Cerf
Weblinks
- Was glauben messianische Juden heute?
- Messianische Gemeinde in Stuttgart
- Forum zum Thema "Messianisches Judentum"
- Israels messianische Juden
- EKD: Judenchristen und "Messianische Juden"
- Religionen in Israel: Messianische Juden zwischen Juden und Christen
- Aktion gegen Judenmission
Siehe auch
Messianismus, messianische Bewegung