Atari 800 XL
Der Atari 800 XL war der Hauptkonkurrent des technisch ähnlich ausgestatteten Commodore C64. Während Atari-Computer in den USA sehr stark vertreten waren, nahmen sie in Deutschland, wo die Commodore-Computer den Markt beherrschten, trotz ihrer guten technischen Ausstattung eher eine Nischenstellung ein.
Die Dominanz der beiden Marken Atari und Commodore lässt sich daran ablesen, dass manche Spiele auf einer Diskette die Software für beide Systeme kombinierten, wie z. B. das Computer-Rollenspiel Alternate Reality (Vorderseite C64, Rückseite Atari).
Die Atari-Computer der XL-Serie wurden von 1982 - 1984 gebaut. Im Gegensatz zu den Vorgängermodellen hatten sie das Atari BASIC fest eingebaut. Aus diesem Grund verfügten diese Geräte nur über einen Schacht für Zusatzmodule (Bei den Vorgängern wurde das BASIC als Modul separat beigelegt). Zudem verfügten die Geräte nur noch über zwei Joystick-Ports.
Ab 1985 wurde von Atari das Nachfolgemodell mit Atari 130 XE mit 128 KB Speicher verkauft.
Der Videochip der 8-Bit Ataris konnte in der höchsten Auflösung 320x192 Pixel 1 Farbe bei 2 Helligkeitsstufen gleichzeitig darstellen. Bei niedrigerer Auflösung waren 16 Farben aus einer Palette von 256 Farben möglich. Durch Displaylist-Interrupts konnten auch mehr Farben gleichzeitig dargestellt werden.
Technische Daten des Atari 800 XL
- Prozessor: MOS 6502c (Spezialanfertigung für Atari), 1,79 MHz Taktfrequenz
- Hauptspeicher (RAM): 64 KB
- Betriebssystem (ROM): 8 KB mit OS Rev.B und installierter Programmiersprache Atari BASIC
- Soundchip: POKEY (POtentiometer and KEYboard Integrated Circuit), 4 Soundkanäle, mono
- Videochips: ANTIC (Alpha Numeric Television Interface Controller) und GTIA (Graphic Television Interface Adapter, Blitter), beide vom bekannten Chipdesigner Jay Miner entwickelt.
- Schnittstellen:
- TV + Monitor
- Seriell
- Extension Port (Parallel Bus Interface (PBI))
- Modul-Port (für ROM-Cartridges nach Atari-Standard)
- 2 Ports für digitale Joysticks und analoge Paddles (Drehregler), nach Atari-Standard
- Atari BASIC (wurde zur Laufzeit vom fest installierten BASIC-ROM-Modul interpretiert)
- Atari-LOGO (als ROM-Cartridge)
- PILOT (als ROM-Cartridge)
- 6502-Assembler (z.B. MAC/65 als ROM-Cartridge von OSS)
- kyan-Pascal (generierte aus Pascal-Programmcode echten Binärcode (keinen von einem Interpreter zur Laufzeit zu interpretierenden p-Code)
- FORTH
- Action (als ROM-Cartridge von OSS)
- Turbo-BASIC XL (als Interpreter oder Compiler) -> Happy Computer, selbst der 'langsame' Turbo-BASIC-Interpreter war schon ca. 4 mal so schnell wie das eingebaute BASIC
- Atari 1010 Datenrecorder (mit handelsüblichen Audiokassetten als Speichermedium)
- Atari 1050 Disk Drive (für 5,25 Zoll-Disketten)
- Atari 1020 Farb-Plotter
- Atari 1025 Matrix-Drucker
- Atari 1027 Drucker
- Atari 1029 Grafik-Matrixdrucker
- Atari 1030 Modem
- Atari CX-80 Trak-Ball
- Atari CX-77 Touch Tablet
- Atari CX-75 Lichtgriffel
- Atari 1064 Speichererweiterung (nur für 600 XL)
- Turbo Freezer (zum einfrieren von Spielständen)
- Turbo 1050 (Beschleuniger für das Diskettenlaufwerk)
- Speedy 1050 (Beschleuniger für das Diskettenlaufwerk)
Literatur
- Mein Atari Computer, Lon Poole, Martin McNiff & Steven Cook, ISBN 3-921803-18-7