Purim
Purim ist das Erinnerungsfest an die Errettung des jüdischen Volkes aus drohender Gefahr in der persischen Diaspora. Haman, der höchste Regierungsbeamte des persischen Königs, versuchte die gesamten Juden im Perserreich auszurotten, bis Ester in Erscheinung trat.
In der Synagoge wird aus diesem Anlass aus der Festrolle des Buches Esther vorgelesen. Immer wenn der Name Haman fällt, darf so viel Krach wie möglich mit Tuten und Rasseln gemacht werden. Sein Name wurde zum Symbol der Judenfeindschaft.
Haman nützte sein Amt als höchster Regierungsbeamter des persischen Königs Ahasveros (historisch: Xerxes I) selbstsüchtig aus. Die königliche Dienerschaft musste sich vor ihm niederknien. Esthers Cousin und Adoptivvater Mordechai weigerte sich als Jude jedoch. Aus Rache beschloss Haman die Vernichtung sämtlicher Juden. Der genaue Zeitpunkt wurde durch das Los bestimmt - daher auch der Name Purim (= Lose). Esther setzte sich aber beim König für die Rettung der Juden ein, Haman wurde hingerichtet und 75.000 Judengegner auf grausame Weise umgebracht, wie es eigentlich für die Juden vorgesehen war.
Die mit Purim verbundenen Bräuche basieren auf folgender Passage aus dem Buch Ester: "Mordechai schrieb alles auf, was geschehen war. Er schickte Schreiben an alle Juden in allen Provinzen des Königs Artaxerxes nah und fern und machte ihnen zur Pflicht, den vierzehnten und den fünfzehnten Tag des Monats Adar in jedem Jahr als Festtag zu begehen. Das sind die Tage, an denen die Juden wieder Ruhe hatten vor ihren Feinden; es ist der Monat, in dem sich ihr Kummer in Freude verwandelte und ihre Trauer in Glück. Sie sollten sie als Festtage mit Essen und Trinken begehen und sich gegenseitig beschenken, und auch den Armen sollten sie Geschenke geben." (Esther, 9:20-22)
Purim enthält karnevalistische Züge. Im Mittelpunkt steht das Verkleiden mit bunten Trachten und das Veranstalten von Umzügen. Die Stimmung ist ausgelassen. Es werden Geschenke ausgetauscht und große Mengen (vor allem süßer) Festspeisen - wie beispielsweise mit Mohn, Nüssen oder Schokolade gefüllte Hamantaschen oder Nunt - der Jüdischen Küche verzehrt.
Begründungen gibt es viele, warum zu Purim Masken und Kostüme getragen werden. Eine davon basiert auf der Tatsache, dass das Buch Esther das einzige Buch der Bibel ist, in dem der Ausdruck Gott kein einziges mal genannt wird. Die jüdische Tradition interpretiert diese Eigenart so: Selbst Gott hat sich zu Purim verkleidet. Dennoch ist in den ausführlichen Details der Erzählung die unverwechselbare Präsenz der Göttlichen Vorhersehung spürbar. Auf die gleiche Weise soll das Konzept der Maske die Art und Weise ausdrücken, in der Gott die Geschehnisse von Purim lenkte. ER hat sie gelenkt, wenn auch nicht sichtbar, als hätte ER eine Maske getragen.
Die jüdische Gemeinde von Frankfurt am Main feiert seit 1616 alljährlich am 20. Adar das Fest Purim Vintz, das an die Niederschlagung des judenfeindlichen Fettmilch-Aufstands und an die feierliche Rückführung der zuvor vertriebenen Gemeinde nach Frankfurt erinnert.
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Siehe auch: Jüdische Feste