Nullmeridian
Die Festlegung des Nullmeridians erfolgte willkürlich, prinzipiell könnte er auch durch jeden anderen Ort laufen. So waren bis ins 19. Jahrhundert auch zahlreiche nationale Systeme in Gebrauch. In Frankreich lief der Nullmeridian zum Beispiel durch Paris.
Mit dem zunehmenden internationalen Reiseverkehr wurde jedoch eine Vereinheitlichung der bestehenden Systeme notwendig. Zudem wurde es immer wichtiger, eine genaue internationale Zeit (Weltzeit) zur Verfügung zu haben.
Auf der Internationalen Meridian Konferenz im Oktober 1884 in Washington, D.C mit Vertretern aus 25 Nationen wurde deshalb der von Sir George Biddell Airy bereits 1851 festgelegte Meridian als Basis des internationalen Koordinatensystems eingeführt. Die mittlere Sonnenzeit am Nullmeridian wurde maßgeblich für die Weltzeit (GMT), die erst 1972 durch die koordinierte Weltzeit (UTC) abgelöst wurde.
Historisches
- Erste Einteilung der Welt in Längen und Breiten durch Hipparch von Nikaia (190 - 120 v. Chr): Rhodos (sein astronomischer Beobachtungsort)
- Claudius Ptolemaeus verlegte ihn um 150 an die westlichste Grenze der bekannten Welt: Isla del Meridiano (El Hierro oder Ferro), die westlichste Insel der Hesperiden (heute Kanarische Inseln)
- Arabische Astronomen legten den Nullmeridian zuerst durch die Südspitze von Afrika, 1075 dann 10° westlich von Bagdad.
- Es gab danach immer wieder Versuche einer Verlegung, z. B. als 1432 die Azoren und 1492 Amerika entdeckt wurden.
- Im April 1634 wurde von einem Gelehrtenkongress aller seefahrenden Nationen die Insel Ferro bestätigt.
- Ab 1738 wird in England der Meridian von Greenwich angewandt.
- In Deutschland wird er 1885 übernommen, in Frankreich um 1900. Österreich-Ungarn verwendet ihn bis 1918 parallel mit dem alten Ferro-Meridian
Weblinks