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Normalnull

Mit der Bezeichnung Normalnull (Abkürzung: NN), auch Nullniveau wird ein Referenzwert für Höhenangaben auf der Erdoberfläche (z. B. die Höhe von Bergen oder die Tiefe von Meeresgräben) bezeichnet. Die Angabe der Höhe bzw. Tiefe erfolgt dabei meist in einer der folgenden Formen: "... Meter über NN" (auch "... m ü. NN" und "m NN") oder müM (umgangssprachlich und in der Schweiz offiziell "Meter über (dem) Meer(esspiegel)", korrekt "Meter über dem mittleren Meeresspiegel"). In der Luftfahrt spricht man vom Mean Sea Level (MSL) und gibt die barometrisch gemessene Höhe in Fuß an.

Hat man eine bestimmte Referenz bestimmt, kann man sich durch Nivellement die Höhe in das Landesinnere übertragen. Systematische Fehler können bei unsachgemäßem Nivellement zu Messfehlern im Bereich von mehreren Metern führen:

Inhaltsverzeichnis
1 Deutschland
2 Schweiz
3 Österreich
4 Sonstiges
5 Weblinks
6 Siehe auch

Deutschland

Der Referenzwert ist für Deutschland seit 1879 definiert durch den mittleren Pegel von Amsterdam. In der DDR war die Bezeichnung Höhennormal HN und als Datum galt von 1958 bis 1993 der rund 14 Zentimeter höhere Pegel von Kronstadt, der in niedrig gelegenen Gebieten zulässig ist. HN galt aber wiederum nur für das staatliche Vermessungs- und Kartenwesen der DDR. In Ost-Berlin, beim Höhensystem der Deutschen Reichsbahn und an den Binnenwasserstraßen galten unverändert NN-Höhen.

Die neueste Entwicklung ist das 1992 eingeführte gesamtdeutsche amtliche Nivellementsnetz 1. Ordnung, das DHHN 92. Die neuen Höhen werden als Höhen über Normalhöhennull (NHN) bezeichnet. Für die Normalhöhen wurde das genauere Höhensystem entsprechend der Theorie von Molodenskij (System HN) gewählt, Bezugspegel ist der Nullpunkt des Pegels von Amsterdam (System NN). Damit ändern sich sowohl die bisher normal-orthometrischen westdeutschen NN-Höhen (neue Berechnungsmethode), als auch die Normalhöhen Ostdeutschlands (Bezug auf einen neuen Pegel).

Schweiz

Für die Schweiz gilt der Repère Pierre du Niton mit 373,6 m über mittlerem Meeresspiegel von Marseille als Ausgangspunkt der Vermessung (der Pierre du Niton ist ein großer Findling im Genfersee bei Genf). Die schweizerischen Höhenangaben weichen um + 0,32 m von den deutschen ab. Die offiz. Bezeichnung lautet: m ü. M.

Österreich

Für Österreich gilt der mittlere Pegel von Triest an der Adria (Meter über Adria) als Nullpunkt. Die österreichischen Höhenangaben weichen um + 0,25 m von den deutschen ab.

Sonstiges

NN ist nur eines von vielen möglichen Höhensystemen.

Daneben kann man als Referenzwert das so genannte Geoid verwenden, das man durch die Vermessung von Satellitenbahnen bestimmt. Es markiert die Oberfläche, die sich bilden würde, wenn die ganze Erde von Meer bedeckt wäre. Physikalisch handelt es sich dabei um eine Äquipotentialfläche, eine Fläche, die überall senkrecht zur Richtung der Schwerkraft steht und auf der das Schwerepotential (die potentielle Energie) überall denselben Wert hat. Die Erde hat nun nicht mehr Kugelform, sie gleicht auch nicht mehr einem abgeplatteten Ball (Rotationsellipsoid), sondern - übertrieben gesagt - eher einer Kartoffel. Allerdings sind die Abweichungen so klein, dass sie aus dem All gesehen nach wie vor wie eine Kugel aussieht.

Weblinks

Siehe auch



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