Mongolei
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| Wahlspruch: | |||||
| Amtssprache | Mongolisch | ||||
| Hauptstadt | Ulaanbaatar | ||||
| Staatsform | Republik | ||||
| Staatsoberhaupt | Nambaryn Enkhbayar | ||||
| Regierungschef | Tsakhiagiyn Elbegdorj | ||||
| Fläche | 1.565.500 km² | ||||
| Einwohnerzahl | 2.751.314 (Stand Juli 2004) | ||||
| Bevölkerungsdichte | 1,75 Einwohner pro km² | ||||
| Währung | Tugrik | ||||
| Zeitzone | UTC + 7, UTC + 8 | ||||
| Nationalhymne | Bügd Nairamdakh Mongol | ||||
| Kfz-Kennzeichen | MGL | ||||
| ISO 3166-1 Codes | MN / MNG | ||||
| Internet-TLD | .mn | ||||
| Vorwahl | +976 | ||||
Die größten Städte der Mongolei (Stand 1. Januar 2005) sind die Hauptstadt Ulan-Bator (Ulaanbaatar - Улаанбаатар) mit 844.786 Einwohnern (ein Drittel der Bevölkerung!), Erdenet mit 79.649 Einwohnern, Darchan mit 72.386 Einwohnern und Tschoibalsan mit 44.367 Einwohnern.
Siehe auch: Liste der Städte in der Mongolei
| Inhaltsverzeichnis |
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2 Geografie und Klima 3 Verwaltungsgliederung 4 Wirtschaft 5 Geschichte 6 Tier- und Pflanzenwelt 7 Kulinarisches 8 Weblinks |
Bevölkerung
Die große Mehrheit der Bevölkerung der Mongolei gehört zum Volk der Mongolen. Außerdem leben im Westteil des Landes Kasachen und einige Angehörige anderer Völker. Das Bevölkerungswachstum der Mongolei beträgt 2,2 Prozent. Die Alphabetisierungsrate unter Erwachsenen übersteigt nach Angaben der UNO bereits 98 Prozent; einige Tausend Studenten bilden sich im Westen aus. Die mongolische Sprache wird üblicherweise im kyrillischen Alphabet niedergeschrieben.
Die größte Glaubensrichtung ist der Lamaismus (tibetischer Buddhismus), daneben spielt auch der Schamanismus eine größere Rolle. Die Kasachen in der westlichen Mongolei sind Anhänger des Islam.
Geografie und Klima
Die Mongolei ist ein sehr dünn besiedeltes Steppen-, Hochgebirgs- und Wüstenland. Mit 1 565 500 km² ist sie der Fläche nach die Nr.18 unter den 193 Staaten der Erde, nur geringfügig kleiner als der Iran. Im Gegensatz zu diesem hat sie mit 2,66 Millionen jedoch nur 4 Prozent von dessen Bevölkerung - ebensoviel wie die 140-mal kleinere Insel Jamaica. Daher bildet sie in der Bevölkerungsdichte das Schlusslicht aller 193 Staaten, was sich in diesem Jahrhundert auch nicht ändern wird. Immerhin hat sich aber die Bevölkerung in den letzten 30 Jahren genau verdoppelt.
Aufgrund des trockenen, ausgeprägten Kontinentalklimas schwanken die Temperaturen im Laufe des Jahres sehr stark: Im Winter liegen die durchschnittlichen Tagestemperaturen bei -25 C°, im Sommer bei +20 C° - womit die Unterschiede 2-3 mal größer sind als in Westeuropa. Der mittlere Jahresniederschlag liegt nur knapp über 200 mm. Erst jenseits des Mongol-Shan, der Klimascheide zur (heute chinesischen) Inneren- oder Südmongolei, erreicht er 400 mm.
World-Factbook)Die Lage im zentralasiatischen Hochland gibt der Mongolei eines der extremsten unter den kontinentalen und auch den ariden Klimaten der Welt. Schon die Tag-Nacht-Temperaturdifferenzen sind ungewöhnlich hoch, jene zwischen Sommer und Winter erreichen sogar 100 °C. Daher besitzt die Mongolei den am südlichsten gelegenen Dauerfrostboden und die am nördlichsten gelegene Wüste. Nur 10% der Landesfläche ist bewaldet (vorwiegend in den Gebirgen des Nordens und Westens) - und weniger als 1% sind für den Ackerbau brauchbar.
Verwaltungsgliederung
Die Mongolei ist in 21 Aimaks (Provinzen) und in 1 Chot (Stadt) gegliedert. Ein Aimak ist in Sum unterteilt (vergleichbar mit den deutschen Landkreisen), diese wiederum in Bag (vergleichbar mit unseren Gemeinden). Es existieren 329 Sum, die sich in 1.620 Bag gliedern.
Die 21 Aimaks und ihre Hauptstädte sind:
- Archangaj (Архангай) / Zezerleg (Цэцэрлэг)
- Bajan-Ulgij (Баяан-Өлгий) / Ulgii (Өлгий)
- Bajanchongor (Баяанхонгор) / Bajanchongor (Баяанхонгор)
- Bulgan (Булган) / Bulgan (Булган)
- Chentij (Хэнтий) / Ondorchaan (Өндөрхаан)
- Chowd (Ховд) / Chowd (Ховд)
- Chuwsgul (Хөвсгөл) / Moron (Мөрөн)
- Darchan-Uul (Дархан-Уул) / Darchan (Дархан)
- Dornod (Дорнод) / Tschoibalsan (Чойбалсан)
- Dsawchan (Завхан) / Uliastai (Улиастай)
- Gobi-Altaj (Gov-Altai, Говь-Алтай) / Altai (Алтай)
- Gobi-Sumber (Gov-Sumber, Говь-Сүмбэр) / Tschoir (Чойр)
- Mittelgobi (Dund-Gov, Дунд-Говь) / Mandal Govi (Мандал-Говь)
- Orchon (Орхон) / Erdenet (Эрдэнэт)
- Ostgobi (Dorno-Gov, Дорно-Говь) / Sainschand (Сайншанд)
- Selenge (Сэлэнгэ) / Suchbaatar (Сүхбаатар)
- Suchbaatar (Сүхбаатар) / Baruun-Urt (Баруун-Урт)
- Südgobi (Omno-Gov, Өмнө-Говь) / Dalansadgad (Даланзадгад)
- Uws (Увс) / Ulaangom (Улаангом)
- Uwurchangaj (Өвөрхангай) / Arvaicheer (Арвайхээр)
- Zentral (Tov, Төв) / Dsuunmod (Зуунмод)
Wirtschaft
Die Wirtschaft der Mongolei ist vorwiegend agrarisch; traditionelle Erzeugnisse sind Fleisch (6 Mill. "Großtier"-Schlachtungen 2002), Milch, Schaf- und Kaschmirwolle; außerdem Getreide (auf wenigen Promille der Landesfläche), Kartoffeln und Gemüse. Am offiziellen BIP (2003 462 $ pro Einwohner) hat die Landwirtschaft - ebenso wie die Industrie - einen Anteil von knapp 30 Prozent.
Bodenschätze sind unter anderem Kohle (5-6 Mio t jährlich), Flußspat (514.000 t) und Kupfer (376.000 t), Erdöl, Gold und Silber.
Die Mongolei hat nach langer Stagnation (1990-2002 +3 bis -3%) nun ein Wirtschaftswachstum von 5,3 bzw. 10 Prozent; der Anstieg geht großteils auf den Dienstleistungssektor zurück, der auf fast 40% des BIP stieg, und auf höhere Weltmarktpreise für Kupfer und Gold. Das Wachstum der letzten Jahre ging allerdings am armen Teil der Bevölkerung vorbei: etwa 36% leben unterhalb der Armutsgrenze, ähnlich wie im Jahr 1990. Die schwierigen Reformjahre haben den Anteil der Privatwirtschaft zwar auf 80% gesteigert, aber die sozialen Unterschiede und das Stadt-Land-Gefälle vergrößert.
Die Arbeitslosenquote wird von der Regierung auf 4% beziffert, dürfte aber bei ca. 25% liegen. Die hohe Inflation wurde seit 1996 teils erfolgreich bekämpft und liegt seither zwischen 2 und 10%. Die Auslandsverschuldung beträgt 885 Millionen Dollar, in Relation zum BNE 84%, was bei der Weltbank als moderat gilt.
Der Handel mit Deutschland erreichte im Jahr 2003 ein Volumen von 42,4 Mio, ist aber sehr einseitig: es wurden Waren im Wert von 4,6 Mio Dollar exportiert, jedoch betrug der Wert von Importen aus Deutschland 37,8 Mio $. Von hier werden hauptsächlich Nahrungsmittel, Kunststoffe, Industriemaschinen und Druckerzeugnisse importiert; nach Deutschland exportiert werden hauptsächlich Textilien und tierische Produkte. Von 1991-98 wurden einige bilaterale Wirtschaftsabkommen unterzeichnet, was die traditionell guten Beziehungen vertiefte: über 20.000 Mongolen wurden einst in der DDR ausgebildet.
Auch einige Abkommen mit der EU über Handelspolitik, Zoll und Textilwaren existieren. Die Mongolei ist Mitglied wichtiger internationaler Organisationen - neben der UNO und ihren Unterorganisationen z.B. bei WTO, Weltbank, APEC und Asiatische Entwicklungsbank.
Geschichte
Hauptartikel: Geschichte der MongoleiIn Altertum und Antike war die Mongolei aufgrund des unwirtlichen Klimas fast ausschließlich von nomadischen Viehzüchtern besiedelt; im weiten Land existierten nur sporadisch kleinere Städte der Samojeden, Uiguren sowie einige unter chinesischem Einfluss.
Während dieser Zeit kam es bereits mehrfach zu Angriffen einzelner Stämme auf China oder die westlich gelegene Seidenstraße durch Zentralasien. Im Mittelalter gelang es dann Dschingis Khan (1155-1227), die mongolischen Stämme in einem Staat zu vereinen und für Jahrhunderte ein Weltreich zu errichten, das 1240 sogar bis Mitteleuropa reichte. Sein Enkel Kublai Khan (auch Chubilai oder Khubilai; † 1294 in Peking) errichtete die Yuan-Dynastie in China und übertrug buddhistischen Mönchen die Verwaltung von Tibet. Nach Schwächeperioden entstand um 1400 unter Timur Lenk ein neues Großreich, dessen Reste zwischen 1690 und 1757 an Chinas Qing-Dynastie ging.
Nach deren Zusammenbruch der 1911 erklärte sich die Mongolei für unabhängig, allerdings dauerte es (trotz russischer Hilfe) bis 1921, dass die chinesischen Truppen endgültig aus dem Land vertrieben waren. 1924 wurde die Mongolische Volksrepublik ausgerufen, in der Folge wurde das Land ein Satellitenstaat der UdSSR.
Unter dem Eindruck der Veränderungen in Osteuropa entstand 1990 auch in der Mongolei eine Demokratiebewegung, die ersten freien Wahlen wurden 1992 abgehalten. Heute ist die dortige Demokratie stabiler als in allen Staaten Zentralasiens. Für die Präsidentenwahl im Mai 2005 standen mit je 2 ehem. Regierungschefs und Industriellen sogar vier angesehene Persönlichkeiten zur Wahl. Hauptthemen des Wahlkampfs war die Marktwirtschaft und der Kampf gegen Arbeitslosigkeit und Korruption; letztere wurde allerdings beiden Politikern nachgesagt.
Von 1990 bis 1996 regierten die Reformkommunisten (MRVP) das Land, dann die liberalere "Demokratische Partei" bis 2000. Seit der Parlamentswahl 2004 gibt es eine Große Koalition der MRVP mit einem Bündnis demokratischer Parteien.
Nationalfeiertage
Der mongolische Nationalfeiertag ist der 11. Juli und heißt Naadam. An diesem Tag gedenkt man der Revolution von 1921, bei der die chinesische Besatzerarmee vertrieben wurde. Dies geschah allerdings um den Preis einer großen Abhängigkeit zur damaligen Sowjetunion.
Auch der 26. November ist Nationalfeiertag in der Mongolei. An diesem Tag wird der Gründung der Mongolischen Volksrepublik 1924 gedacht.
Tier- und Pflanzenwelt
ZokorKulinarisches
AirakWeblinks
- Länderinformation des Auswärtigen Amtes
- Umfangreiches deutschsprachiges Informationsangebot zur Mongolei
- Mongolische Botschaft in der BRD, Wirtschaftsdaten
- Reiseinformationen
- Touristeninformation (englisch)
- Investoreninformation: Gesetze in der Mongolei (englisch)
- Entwicklung und Armutsverkleinerung in der Mongolei (englisch)
- Deutsch-Mongolischer Kulturverein
- Mongolia Travel Photo