Lobau
Die in den 60er-Jahren entstandene Wiener Donauinsel gehört nicht zur Lobau, grenzt jedoch an diese an und wird von der Wiener Bevölkerung häufig ebenfalls als Lobau bezeichnet. Die Lobau wird – wenn auch nicht im Ausmaß der Donauinsel – als Naherholungsgebiet benutzt. Nicht zuletzt wegen der dort üblichen meist äußerst ungezwungenen und freizügigen FKK-Badesitten.
In der Lobau befinden sich wichtige Rückzugsgebiete von vom Aussterben bedrohten Tier- und Pflanzenarten. Sie ist daher seit 1978 Naturschutzgebiet und seit 1996 Teil des Nationalparks Donau-Auen.
Der Ölhafen ist ebenalls ein Teil der Lobau.
Kleine Gebiete werden auch für Übungen des österreichischen Bundesheeres benützt. Außerdem ist hier noch ein Grundwasserwerk, das die Stadt Wien zusätzlich zur Wiener Hochquellenwasserleitung in Spitzenzeiten mit Trinkwasser versorgen kann.
Im Gespräch ist die Lobau derzeit (2005) auch wegen Planungen der Verlängerung der Wiener Südumfahrung, wo einerseits die Stadt Wien eine Untertunnelung der Lobau, das Land Niederösterreich und die ASFINAG die billigere Lösung, einen Brückenbau durch die Lobau bevorzugen. Welche Lösung durchgeführt wird, ist noch offen.
Am 21 und 22. Mai 1809 war auch die Lobau Schauplatz der Schlacht bei Aspern. Zwar fanden die eigentlichen Kampfhandlungen nördlich davon auf freiem Feld und teilweise auch in den Ortschaften (besonders Aspern und Eßling) statt, doch unternahm Napoléon im Bereich der Lobau von Kaiser Ebersdorf her einen Übergang über die noch nicht regulierte Hochwasser führende Donau. Nach der Schlacht zog er sich mit seinen Truppen auf die Lobau, die damals eine Insel zwischen Armen der Donau bildete, zurück und schlug hier für einige Wochen sein Hauptquartier auf. Noch heute erinnern daran topografische Bezeichnungen wie Napoleonstraße sowie verschiedene Denkmäler, z.B. bei Napoleons Hauptquartier (bei der Panozzalacke), Napoleons Pulvermagazin, dem Franzosenfriedhof sowie Übergang der Franzosen (südlich von Groß-Enzersdorf).