Komische Oper Berlin
| Inhaltsverzeichnis |
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2 Künstlerisches Profil 3 Bedeutende Uraufführungen 4 Siehe auch 5 Weblinks |
Geschichte
Das Gebäude wurde 1891–1892 als Theater Unter den Linden durch das Wiener Architekturbüro Büro Fellner & Helmer; unter dem Architekten Ferdinand Fellner erbaut und am 24. September 1892 mit einer Aufführung von Adolf Ferrons Operette Daphne und Gaul und Haßreiters Ballett Die Welt in Bild und Tanz eröffnet.
Nach Umbauten im Jahre 1898 sowie einer Umbenennung in Metropol-Theater führte man zur Neueröffnung Julius Freunds Revue Paradies der Frauen auf. Dieses Haus ist nicht identisch mit dem heutigen Metropol-Theater, dem ehemaligen Admiralspalast.
1934 wurde das Haus umbenannt in Staatliches Operettentheater, am 7. Mai 1944 durch Bomben zerstört, teilweise provisorisch wieder hergerichtet und am 9. März 1945 erneut durch Bomben zerstört.
Nach anderen Quellen gründete Hans Gregor das Haus 1905. 1911 soll es jedoch kurzzeitig schon wieder geschlossen worden sein; unter dem Namen Kurfürstenoper wurde es nach dieser Darstellung 1913 wieder eröffnet.
Nach dem Zweiten Weltkrieg zog die Oper in das ehemalige Varieté Metropol-Theater in der Behrenstraße 55–57 um.
Nach provisorischen Reparaturen zwischen 1946 und 1947 wurde das Haus am 23. Dezember 1947 als Komische Oper mit Johann Strauß' Die Fledermaus wiedereröffnet; das Haus leitete Walter Felsenstein von 1947 bis zu seinem Tod im Jahr 1975, der das Musiktheater an deutschen Bühnen etablierte.
1965–1966 wurde die Fassade durch das Architektenkollektiv Kunz Nierade modernisiert und das Haus am 4. Dezember 1966 mit Mozarts Don Giovanni neu eröffnet. 1986, 1987 und 1989 fanden die letzten Modernisierungsarbeiten statt. Das Haus verfügt heute über eine Kapazität von 1.270 Sitzplätzen.
Künstlerisches Profil
Der Name »Komische Oper« verweist auf die Tradition der französischen Opéra comique und ihren Anspruch eines modernen Musiktheaters. Seit der Saison 2002/03 ist Andreas Homoki nach Jahrzehnter langer Arbeit von Harry Kupfer neuer Chefregisseur des Hauses. Zur Seite steht ihm Kirill Petrenko als Generalmusikdirektor. Das neue Leitungsteam ist bestrebt, die Komische Oper Berlin auf der Basis von Felsensteins Vision eines kraftvoll in die Gesellschaft hineinwirkenden Musiktheaters zu erneuern. Die ersten beiden Spielzeiten unter Andreas Homokis Leitung belegen dies exemplarisch vor allem an der Auswahl der Regisseure, die hier arbeiten. Die Komische Oper Berlin, von der wesentliche Impulse für die Entwicklung des Musiktheaters ausgingen, will heute die Wirkung dieser Impulse aufzeigen, indem sie die ganze Breite des Spektrums zeitgenössischer Regiehandschriften präsentiert. So ist es gelungen, Regisseure wie Peter Konwitschny, Hans Neuenfels, Willy Decker, Barrie Kosky, Richard Jones und Calixto Bieito langfristig an das Haus zu binden. Seit der Spielzeit 2004/05 ist Andreas Homoki Intendant des Hauses.
Das Repertoire des Hauses umfasst heute ein breites Spektrum von Opern des 18. Jahrhunderts bis zu Schlüsselwerken unserer Zeit und Uraufführungen. Dass alle Opern in deutscher Sprache aufgeführt werden, stellt heute eine Besonderheit im internationalen Opernbetrieb dar. Auch diese künstlerische Grundentscheidung geht auf Walter Felsenstein zurück und ist Ausdruck seines Strebens nach Verständlichkeit und unmittelbarer Wirkungskraft des theatralischen Ereignisses, das bis heute für die Arbeit der Komischen Oper Berlin verbindliche Richtschnur geblieben ist.
Das Ballett der Komischen Oper, 1966 von Tom Schilling als Tanztheater der Komischen Oper gegründet und fast 30 Jahre lang erfolgreich geleitet, zählt zu den auch international renommierten Compagnien. Zahlreiche Ur- und Erstaufführungen und die unterschiedlichen stilistischen Handschriften der Choreographen haben dem Ensemble ein eigenes künstlerisches Profil verliehen. 1999 wurde das Tanztheater in BerlinBallett – Komische Oper umbenannt. Nach Richard Wherlock, der das Ballett von 1999–2001 leitete, war die Spanierin Blanca Li von 2001 und 2002 Chefchoreographin und künstlerische Leiterin der Compagnie. Danach war Adolphe Binder künstlerische Leiterin des Balletts und sorgte mit Produktionen wie Casa und Screensaver für eine Ausrichtung auf Erst- und Uraufführungen im Bereich des zeitgenössischen Tanztheaters. Zum Ende der Spielzeit 2003/04 wurde das Tanztheater auf Druck des Berliner Senates aufgelöst.
Bedeutende Uraufführungen
- 1991: Georg Katzer, Antigone oder die Stadt
- 1985: Siegfried Matthus, Judith
- 1972: Siegfried Matthus, Noch einen Löffel Gift, Liebling
- 1967: Siegfried Matthus, Der letzte Schuß
- 1937: Fred Raymond, Maske in blau
- 1936: Fred Raymond, Auf großer Fahrt
- 1935: Fred Raymond, Ball der Nationen
- 1932: Paul Abraham, Ball im Savoy
- 1932: Oscar Straus, Eine Frau, die weiß, was sie will
- 1929: Franz Lehár, Das Land des Lächelns
- 1928: Franz Lehár, Friederike
- 1923: Walter Kollo, Marietta
- 1913: Jean Gilbert, Die Kinokönigin
Siehe auch
Weblinks
- Offizielle Homepage der Komischen Oper Berlin
- Berlin: Komische Oper (englischsprachig) - enthält diverse zeitgenössische Postkartenmotive
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