KLM
| Kenndaten von KLM | |
|---|---|
| IATA-Code: | KL |
| ICAO-Code: | KLM |
| IATA-Designator: | 074 |
| Sitz: | Amsterdam/Schiphol (Niederlande) |
| Flugzeuge: | 102 |
Die Koninklijke Luchtvaart Maatschappij N.V. (KLM, Übersetzung: Königliche Luftfahrtgesellschaft) ist die größte niederländische Fluggesellschaft und gleichzeitig die älteste noch existierende Fluggesellschaft der Welt.
Vorsitzender der Fluggesellschaft ist Leo Wijk. Im abgelaufenen Geschäftsjahr 2003/2004 erzielte die KLM einen Gewinn von ca. 21 Millionen Euro. KLM beschäftigt über 30 000 Angestellte und fliegt über 300 Ziele weltweit an (Alle Zahlen ohne Air France). In Deutschland werden Berlin/Tegel, Bremen, Düsseldorf, Frankfurt, Hamburg, Hannover, Köln, München, Nürnberg und Stuttgart von KLM und/oder der Tochter KLM cityhopper bedient.
Das Logo der KLM ist eine stilisierte, hellblaue Krone mit einem ebenfalls hellblauen KLM-Schriftzug auf weißem Hintergrund. Oft taucht das Logo auch in einem umgekehrten Farbschema (weißes Logo auf hellblauem Hintergrund) auf.
Fusion und Kooperationen
Nach der Fusion mit Air France im Juni 2004 werden beide Fluggesellschaften bis mindestens 2008 unabhängig voneinander unter dem Dach einer gemeinsamen Holding betrieben. Die Fusion wurde nur unter gewissen Auflagen genehmigt. So mussten die Gesellschaften diverse Slots an ihren Heimatflughäfen Paris/Charles de Gaulle und Amsterdam abgeben und die Frequenzen auf einigen Strecken (z. B. nach Caracas durch Einstellung der KLM-Flüge) reduzieren. Obwohl das neue Unternehmen von der Air France dominiert wird, darf die KLM weiterhin das Prädikat „koninklijk“ (königlich) führen. Diese Dominanz der Air France, die in der neuen Holding 81 % der Anteile hält, war in den Niederlanden lange ein Diskussionsthema. Zusammen ist Air France-KLM an Passagierkilometern gesehen die viertgrößte Fluggesellschaft der Welt und die größte Europas. Gemessen am erzielten Umsatz belegt die neue Airline sogar den ersten Platz weltweit. Am 8. Dezember 2004 beschloss die französische Regierung, ihren Aktienanteil von derzeit 44,1 % auf 18,35 % zu reduzieren.
Im Rahmen der Fusion trat KLM im September 2004 der Skyteam – Allianz um Air France bei, genauso wie der langjährige US-Partner Northwest Airlines. In die neue Ehe wurden auch Partnerschaften mit anderen Fluggesellschaften eingebracht, darunter Continental Airlines (USA), Kenya Airways (Kenia), Martinair und Transavia (beide Niederlande). An den letzten drei Gesellschaften hält KLM Anteile und ist im Falle der Transavia (80 %) sogar Mehrheitseigentümer. KLM unterhielt auch eine Partnerschaft mit der Gesellschaft Air Exel, die zwischenzeitlich den Namen KLM Exel trug. Dabei handelt es sich nicht um eine Tochtergesellschaft, wie oft behauptet wird.
Geschichte
Die Pionierzeit
Die 1918 gebildete königliche niederländische Luftfahrtkommission befasste sich nach Ende des ersten Weltkrieges mit den Möglichkeiten zur Nutzung des Luftverkehrs. Der Pilot und Geschäftsmann Albert Plesman unterbreitete diese Komission den Vorschlag für eine Luftfahrtausstellung, die 1918 unter dem Namen ELTA (Eerste Luchtverkeer Tentoonstelling Amsterdam, zu deutsch: Erste Luftverkehrsausstellung Amsterdam) ausgerichtet wurde. Durch die Ausstellung angeregt, entstand bei der Luftfahrtkommission die Idee, eine nationale Fluglinie ins Leben zu rufen.
KLM wurde am 7. September 1919 gegründet. Als Vorsitzender wurde Albert Plesman gewählt, der als einer der Väter der KLM und somit auch der niederländsichen Luftfahrt gilt. Zweiter "Vater" war der Flugzeugbauer Anthony Fokker, der das technische Know-How zur Verfügung stellte und für die KLM maßgeschneiderte Flugzeuge konstruierte. Das Kapital wurde von verschiedenen niederländischen Geschäftsleuten gestellt. Mit der Gründung wurde der Gesellschaft durch Königin Wilhelmina der Niederlanden auch das Prädikat „koninklijk“ verliehen. Die KLM ist die älteste noch existierende Fluggesellschaft der Welt.
Am 17. Mai 1920 fand der Erstflug mit einer DeHavilland D.H.16 statt. Er führte von London nach Amsterdam und hatte zwei britische Journalisten als Passagiere sowie einige englische Zeitungen als Fracht an Bord. Anfangs besaß die Gesellschaft keine eigenen Flugzeuge, diese wurden vom britischen Unternehmen AT&T; gestellt. Bald bekam das Unternehmen jedoch auch eigene Maschinen, die selbstverständlich von Fokker stammen.
Als staatliche Fluglinie wurde der KLM die Aufgabe zugeteilt, den Flugverkehr zur Kolonie Niederländsich-Indien (heute Indonesien) aufzubauen. So begann man schon im Jahr 1927 mit den ersten Flügen von Amsterdam nach Batavia (heute Jakarta). Ab 1930 wurden die Flüge regelmäßig als Liniendienst durchgeführt und so wurde die Amsterdam–Batavia – Strecke die damals längste Flugverbindung weltweit.
1934 – Der Sieg der „Uiver“
1934 erweckte KLM in vielerlei Hinsicht Aufsehen. Zum ersten Mal entschied sich die Gesellschaft gegen ein Produkt von Fokker und bestellte zum Verdruss des Mitgründers die Douglas DC-2. Obwohl diese Flugzeuge bei Fokker montiert wurden, stieg Fokker kurze Zeit später aus dem Unternehmen aus. KLM war sowohl für die DC-2 als auch für den Nachfolger DC-3 europäischer Erstkunde. Damit begann eine jahrzehntelange Geschäftsbeziehung zwischen der KLM und dem kalifornischen Hersteller. So wurde KLM die einzige Gesellschaft, die alle Flugzeuge aus der DC-Reihe von der DC-2 bis zur DC-10 betrieb. Die DC-2 erwies sich als sehr beliebt und löste die Fokker-Maschinen schnell auf der Batavia-Strecke ab. Im Oktober dieses Jahres nahm die KLM mit einem dieser Flugzeuge am MacRobertson Luftrennen zwischen dem englischen Mildenhall und Melbourne in Australien teil. Dabei holte die DC-2 mit dem Namen "Uiver" (niederländisch für Storch) unter dem Kommando von Koene Dirk Parmentier den Sieg in der Handicap-Wertung sowie den zweiten Platz in der Geschwindigkeitswertung. Zusätzlich nahm die Gesellschaft mit einer Fokker XVIII Flüge über den Atlantik nach Curaçao und Paramaribo auf.
Die KLM im zweiten Weltkrieg
MuseumDie Niederlande versuchten, während des zweiten Weltkriegs neutral zu bleiben. So wurden die Flugzeuge der KLM zur besseren Erkennung in einem grellen orange lackiert. Nach dem Überfall der Wehrmacht im Jahre 1940 stellte KLM den Verkehr ab Schiphol ein und floh mit einigen wenigen Maschinen nach England. Viele Flugzeuge, unter anderem einige DC-2 und DC-3, wurden durch die Wehrmacht erbeutet und sowohl der Luftwaffe als auch der Lufthansa zugeführt. Eine ehemalige KLM DC-2 gehörte sogar den allerletzten Flugzeugen der Vorkriegs-Lufthansa und blieb bis zum letzten Kriegstag in Skandinavien im Einsatz. KLM jedoch setzte ihre Flüge in Niederländisch-Indien sowie in der Karibik fort und erhielt von der britischen Regierung den Auftrag, die Verbindungen zwischen Bristol und Lissabon sowie Bristol und Gibraltar in den Kriegsjahren aufrecht zu erhalten.
Die Nachkriegszeit
Nach dem zweiten Weltkrieg verlor die KLM nichts von ihrem Pioniergeist. Die niederländische Regierung stellte einen Betrag von 23 Millionen Gulden zur Anschaffung einer neuen Flotte zur Verfügung. Das Rückgrat für den innereuropäischen Verkehr bildete erneut die DC-3. Für die Fernstrecken wurden ehemalige Militärtransporter vom Typ DC-4/C-54 für zivile Zwecke umgerüstet. Am 21.Mai 1946 wurde KLM die erste Fluggesellschaft, die New York vom europäischen Festland aus wieder anflog. 1947 wurden Lockheed Constellations angeschafft, wobei KLM erneut als europäischer Erstkunde auftrat. Trotzdem bestellte KLM auch wieder die Konkurrenzprodukte aus Long Beach, nämlich die DC-6 und die DC-7. 1960 folgte bereits das erste Düsenverkehrsflugzeug, eine Douglas DC-8. In den 60er Jahren verdrängten Douglas DC-9 die Kolbenmotormaschinen auch auf Kurzstrecken.
Die 70er Jahre
Das Großraumzeitalter wurde 1971 mit der ersten Boeing 747 eingeläutet. Dabei war KLM diesmal sogar weltweiter Erstkunde für die verbesserte Version Boeing 747-200B. Auch dieses Flugzeug wurde durch ein Produkt aus dem Hause McDonnell Douglas ergänzt, wobei KLM Erstkunde für die Passagierversion des Langstreckenflugzeuges DC-10-30 wurde. Für die Wartung der neuen Großraumflugzeuge und die Ausbildung von Personal für diese Maschinen wurden Partnerschaften mit anderen Betreibern der DC-10 und der 747 gegründet. Daraus entstand die KSSU-Gruppe, bestehend aus der KLM, SAS, Swissair und der französischen UTA. Die KSSU-Gruppe ist eine der ersten grenzübergreifenden Kooperationen zwischen Fluggesellschaften und gilt als ein Vorläufer der heute gängigen Luftfahrtallianzen. Mit Ankunft der DC-10 1972 wurde auch ein neues Farbschema eingeführt, welches (2004 wurde es leicht überarbeitet) bis heute die Flugzeuge der KLM ziert.
In dieser Zeit leistete KLM auch viel Entwicklungshilfe. Die Gesellschaft half beim Aufbau der internationalen Fluggesellschaften von Indonesien (Garuda), den Philippinen (Philippine Airlines) und Venezuela (VIASA). Rückgrat der Langstreckenflotte dieser Fluggesellschaften waren anfangs angemietete DC-8 und DC-10 der KLM.
Die 70er Jahre brachten jedoch nicht nur Gutes: Am 27. März 1977 stieß eine Boeing 747-200 der KLM beim Start vom Flughafen Tenerife-Nord mit einer Boeing 747-100 der PanAm zusammen. Dabei kamen 583 Menschen ums Leben. Bis heute ist dies das tragischste Unglück in der Geschichte der Zivilluftfahrt.
Die jüngere Geschichte
1988 unterzeichnete KLM ein Abkommen mit der Fluggesellschaft Northwest Airlines, welches somit die längste bestehende transatlantsiche Luftfahrtallianz bildet. Für mehrere Jahre war KLM auch an Northwest Airlines beteiligt. Kurz darauf wurde die Gesellschaft Erstkunde für die Combi-Version der neuen Boeing 747-400, nachdem Partner Northwest als Erstkunde für die Passagierversion auftrat.
1991 wagte KLM wieder einen mutigen Schritt und eliminierte aufgrund mangelnder Nachfrage die First Class auf den DC-10 – Maschinen, die die Strecken zwischen Amsterdam und der Karibik bedienten. Die enorme Steigerung der Effizienz auf diesen Strecken führte später dazu, dass die First Class auf allen KLM – Flügen eliminiert wurde. KLM ist somit eine der wenigen internationalen Flag Carrier, die auf ihren Flügen nur zwei Beförderungsklassen anbieten.
Eine kurzfristige Partnerschaft mit Alitalia im Jahr 1998 endete zwei Jahre später mit einer Klage, bei der KLM einen Betrag von 250 Millionen Euro von der staatlichen italienischen Fluggesellschaft erhielt. Heute sind beide Fluggesellschaften wieder Partner im Rahmen der SkyTeam – Allianz.
Zum vorerst letzten Mal europäischer Erstkunde wurde KLM bei der Boeing 737-900.
Flotte
Aktuelle Flotte
Zur Zeit besteht die Flotte aus folgenden Flugzeugtypen (Stand: Januar 2005, Flugzeuge von Tochtergesellschaften sind hierbei nicht enthalten):
- Boeing 737-300 (14)
- Boeing 737-400 (13)
- Boeing 737-800 (13)
- Boeing 737-900 (6)
- Boeing 747-400 (5)
- Boeing 747-400 Combi (12)
- Boeing 767-300ER (12)
- Boeing 777-200ER (10)
- Fokker 100 (6)
- McDonnell Douglas MD-11 (10)
Flottenplanung
Fest bestellt sind:
- 6 Airbus A330-200 als mittelfristiger Ersatz für die von ILFC geleasten Boeing 767-300ER. Die ersten Lieferungen erfolgen in der zweiten Jahreshälfte 2005
- 2 Boeing 777-200ER zur Auslieferung im Jahr 2006
Historische Flotte
Folgende bekannte Flugzeugmuster wurden von der KLM betrieben, sind jedoch mittlerweile ausgemustert:
- Airbus A310
- Boeing 747-200/300
- Convair CV 340
- De Havilland D.H. 16
- Douglas DC-2
- Douglas DC-3
- Douglas DC-4
- Douglas DC-5
- Douglas DC-6
- Douglas DC-7
- Douglas DC-8
- Douglas DC-9
- Fokker XVIII
- Lockheed L-188 Electra
- Lockheed Constellation
- McDonnell Douglas DC-10
- Vickers Viscount
Tochterunternehmen
KLM cityhopper
| Kenndaten von KLM cityhopper | |
|---|---|
| IATA-Code: | WA |
| ICAO-Code: | KLC |
| Sitz: | Amsterdam/Schiphol (Niederlande) |
| Flugzeuge: | 75 |
KLM Cityhopper wurde 1966 als NLM (Nederlandse Luchtvaart Maatschappij) gegründet und nahm am 29. August 1966 mit einer Fokker F-27 den Flugebtrieb innerhalb der Niederlande auf, gefolgt von den ersten internationalen Kurzstrecken im Jahre 1975. Am 3. März 1978 erhielt NLM Cityhopper mit einer Fokker F-28 ihren ersten Jet. Nach der Fusion mit der Gesellschaft Netherlines im April 1991 erhielt die Gesellschaft ihren heutigen Namen KLM Cityhopper. Nach Ausmusterung der Saab 340 besteht die Flotte heute aus Maschinen des niederländsichen Herstellers Fokker (25 Fokker 50, 20 Fokker 70, 25 Fokker 100) sowie 5 von KLM Cityhopper UK geerbten Aerospatiale/Alenia ATR-72. Heute bedient die Fluggesellschaft über 30 Ziele in den Niederlanden, Belgien, Deutschland, Frankreich und Großbritannien. Diese Gesellschaft führt fast ausschließlich Zubringerflüge für die KLM durch, so dass ihre Flüge unter dem 2-Letter-Code „KL“ der KLM Royal Dutch Airlines betrieben werden.
Im Jahr 2004 integrierte KLM Cityhopper die KLM Cityhopper UK vollständig. KLM Cityhopper UK wurde am 1. Januar 1980 durch den Zusammenschluss einiger britischer Regionalfluggesellschaften (Air Anglia, Air Wales, Air West und British Island Airways) mit dem Namen Air UK gegründet. Zuerst wurde die Gesellschaft ein Partner der KLM, später beteiligten sich die Niederländer an der britischen Fluggesellschaft bis sie aufgekauft und in KLM UK umbenannt wurde. KLM verschmolz die Gesellschaft immer mehr mit ihrer Tochter KLM Cityhopper und benannte sie in KLM Cityhopper UK um. Zur KLM UK gehörte bis Anfang 2003 auch der Billigflieger Buzz. Diese unprofitable Gesellschaft, die aus der BAe146 – Flotte der Air UK entstand, wurde jedoch an den irischen Mitkonkurrenten Ryanair verkauft.
KLM Asia
Durch ein Gesetz der Volksrepublik China, welches Fluggesellschaften, die Taiwan anflogen, nicht gestattete, auch die Volksrepublik China anzufliegen, sah sich KLM gezwungen, für die Taiwan-Strecken ein eigenes Unternehmen zu gründen. Zu diesem Zweck wurde 1995 die KLM Asia gegründet, die 5 Boeing 747-400 Combis mit zusätzlichem „Asia“ – Schriftzug betreibt. Ähnliche Gesellschaften wurden auch von anderen europäischen Airlines gegründet. KLM Asia fliegt unter dem 2-Letter-Code „KL“ der KLM Royal Dutch Airlines.
KLM Cargo
KLM Cargo betreibt drei Boeing 747-400ERF als Vollfrachter. Zusätzliche Kapazitäten werden von anderen Gesellschaften angemietet, unter anderem von Martinair Holland. Basis dieser Fluggesellschaft ist ebenfalls Amsterdam/Schiphol.
Siehe auch
Weblinks