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Claude Simon

Claude Simon (* 10. Oktober 1913 in Tananarive/Madagaskar) ist ein französischer Schriftsteller. Er erhielt 1985 den Nobelpreis für Literatur.

Inhaltsverzeichnis
1 Leben
2 Simons Literatur
3 Werke
4 Literatur
5 Weblink

Leben

Simon wird auf Madagaskar, damals französische Kolonie, als Sohn eines dort stationierten Offiziers der Marineinfanterie geboren. 1914 kehrt die Familie nach Frankreich zurück, der Vater fällt zu Beginn des Ersten Weltkriegs in Flandern. Er wächst in Perpignan auf, der Heimatstadt seiner Mutter.

Als 1924 auch die Mutter stirbt, wird einer ihrer Vettern, ein Kavallerieoffizier im Ruhestand, sein Vormund. Er kommt auf ein Internat in Paris. Nach Beendigung der Schule besucht Simon Kurse für Malerei. 1934/35 leistet er seinen Militärdienst als Dragoner bei der Kavallerie. Nach seiner Entlassung vom Militär erhält er durch einen Freund einen Mitgliedsausweis der Kommunistischen Partei Frankreichs. Er reist damit nach Barcelona ins Hauptquartier der republikanischen Seite im Spanischen Bürgerkrieg (wird später Thema seines Romans Le Palace), kehrt aber nach zwei Wochen nach Frankreich zurück, weil er keine sinnvolle Aufgabe für sich sieht. In Frankreich gehört er zu einer Gruppe, die einen Waffentransport als Nachschub für die Republikaner organisiert. 1937 begibt er sich auf eine große Europareise (Berlin, Warschau, Sowjetunion, Istanbul, Griechenland, Norditalien). Er unternimmt erste, von ihm als unbedeutend eingestufte literarische Versuche.

Angesichts des heraufziehenden Zweiten Weltkriegs wird Simon Ende August 1939 wieder zur Armee in seine alte Kavallerieeinheit eingezogen. Im folgenden kommt es zum Einsatz: sein Schwadron wird in Belgien aufgerieben, er selbst gefangen genommen und in ein Kriegsgefangenenlager nach Mühlberg an der Elbe deportiert. Diese extreme Erfahrung des Krieges wird er später in verschiedenen Romanen verarbeiten (La Route des Flandres, Les Géorgiques, L'Acacia). Im Oktober kann er bei einem Arbeitseinsatz aus der Kriegsgefangenschaft fliehen, es gelingt ihm, nach Perpignan zu gelangen, das im von Deutschen unbesetzten Teil Frankreichs liegt. Als die Behörden der Vichy-Regierung auf ihn aufmerksam werden, begibt er sich 1944 nach Paris, um einer Verhaftung zu entgehen.

In dieser Zeit entsteht auch sein erster Roman Le Tricheur (Der Betrüger), der 1945 veröffentlicht wird und genauso unbeachtet bleibt wie drei folgenden, die bis Mitte der 1950er Jahre entstehen. 1956 lernt er Alain Robbe-Grillet kennen, der für den Verlag Editions de Minuit arbeitet und ihm vorschlägt, dort zu veröffentlichen. Der Verlag ist die Keimzelle einer literarischen Bewegung, die dann als Nouveau Roman bekannt wird. In der Folgezeit steigt seine Bekanntheit und sein künstlerische Anerkennung, seine Texte werden nun auch in andere Sprachen übersetzt. 1961 erhält er für La Route des Flandres den Preis der Zeitschrift L'Express, 1967 den Prix Médicis für Histoire. 1985 wird ihm zur Überraschung weiter Teile von Fachwelt und Öffenlichkeit der Nobelpreis verliehen.

Simons Literatur

Simon ist vor allem ein Autor von Romanen. Als Vertreter des Nouveau Roman erzählt er, anders die klassischen Romanschriftsteller, keine herkömmliche Geschichte mehr. Der Text setzt sich zusammen aus verschiedenen Strängen, die von Abschnitt zu Abschnitt wechselnd thematisch oft wenig miteinander zu tun zu haben scheinen und auch keine zeitliche Ordnung aufweisen und dennoch durch ein dichtes Beziehungsgeflecht miteinander verbunden sind, ohne das sich so etwas wie eine chronologische Handlung ergibt. Lange Passagen sind Innerer Monolog, Beschreibungen nehmen einen breiten Raum ein.

Werke

Literatur

Weblink



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